Vor rund hundert Jahren war unser Dorf im östlichen und nördlichen Bereich von Wald und Heide, im westlichen und südlichen Bereich von Moor umgeben. Im Mittelpunkt des Ortes war und ist heute noch ein guter Ackerboden vorhanden mit Wertzahlen bis zu 60 Punkten und darüber. Wann die ersten Bauern hier seßhaft wurden und begannen, das Grasland zu nutzen und Wald-und Heideflächen in Kultur zu nehmen, entzieht sich unserer Kenntnis. Mit Sicherheit ist seitdem mehr als ein Jahrtausend vergangen. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes findet sich in einem Lehnsregister des Bischofs von Münster aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts.***

Interessant ist auch, dass 11 (katholische) Bauern aus Stelle und Bokelskamp bis zum Jahe 1856 dem evangelischen Pfarrer in Sulingen jährlich einen Kornzehnten liefern mussten, der aus rund 60 Zentner Roggen und 48 Zentner Hafer bestand. Er mußte jeweils am Nikolaustag (6. Dezember) in Säcken auf der Superintendentur in Sulingen abgeliefert werden. ***

Die mit *** gekennzeichneten Beiträge sind mit freundlicher Genehmigung des Autors Otto Bach seinem Buch "STELLE, Beiträge zu einer Ortsgeschichte" vom Okt. 1985 entnommen

Die Verkehrsverbindung bestand aus schlechten Moorwegen. Erst in den Jahren 1889 - bis 1891 baute man eine Strasse durch das Moor bis nach Twistringen. Weil den STELLER Bauern keine baren Kosten entstehen sollten, wurden sie und alle anderen Einwohner zu Hand-und Spanndiensten beim Bau herangezogen. Es gab immer ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu den östlich gelegenen, evangelischen Dörfern Wedehorn und Neuenkirchen. In den Wirren nach der Reformation gingen die STELLER sogar nach Neuenkirchen in den Gottesdienst, wo noch bis in die heutige Zeit ein Platz als "STELLER BÖHNT" bezeichnet wird, was besagt, das hier der Platz für die STELLER Gottesdienstbesucher reserviert war.

Ev. Kirchengemeinde
Das Zusammengehörigkeitsgefühl wird in meinem Heimatdorf auch heute noch durch gut funktionierende Nachbarschaften bestimmt. Wegen der geringen Einwohnerzahl gab es immer nur einen Verein. In den 20er Jahren war es ein sehr erfolgreicher Fußballverein im Verband der DJK. Als die Nationalsozialisten 1934 die Mitglieder in die Hitlerjugend zwingen wollten, löste sich der Verein auf.

Erst 1974 gründete sich wieder ein Verein als Schiessportverein Stelle e.V.Im Jahr 1985 bauten die Mitglieder in Eigenleistung ein Vereinsheim fuer 200.000 Mark, wofür sie von der Stadt Twistringen einen Materialkostenzuschuss von 40.000 Mark erhielten, aber 23.000 Mark wurden im Dorf selbst aufgebracht!! Jedes Jahr am 2. Septembersonntag wird im Ort ein großes Erntefest gefeiert. Eingeleitet wird es mit einem weithin bekannten Umzug durch den Ort mit vielen festlich geschmückten Wagen, die Ereignisse aus dem Dorf, der Kommunalpolitik und der großen Berliner Politik dokumentieren. DORFENTWICKLUNG

hofstelleuhlhorn

Das Geburtshaus meines Großvaters

altekarte
MLKT

evangelische Kirche Twistringen

Alte Flurkarte Stelle 1897

Mein Heimatdorf Stelle in Niedersachsen

Das Dorf, in dem meine Familie seit 1545 lebt!

Heimatdorf